Projekt neue Berufsprüfung
 Spezialist/in für die Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung

Eine Bedarfsanalyse hat gezeigt: Im Umgang mit besonders anspruchsvollen Betreuungssituationen im Behindertenbereich braucht es eine Weiterbildung. Die Inhalte einer solchen Berufsprüfung zu Spezialistinnen und Spezialisten für die Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung werden bis Ende 2016 von einer breiten Trägerschaft unter der Leitung von INSOS Schweiz erarbeitet.

Aufgrund einer breit abgestützten Bedarfsanalyse im Jahr 2012 haben sich INSOS Schweiz, CURAVIVA Schweiz, agogis, insieme und SAVOIRSOCIAL als Trägerschaft zur Entwicklung einer Berufsprüfung im Bereich der Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung zusammengeschlossen.

Eidgenössischer Fachausweis

Berufsprüfungen ermöglichen eine erste fachliche Vertiefung und Spezialisierung nach der beruflichen Grundbildung. Sie setzen eine mehrjährige Berufserfahrung im entsprechenden Berufsfeld voraus. Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen erhalten einen eidgenössischen Fachausweis.

Wichtigste berufliche Handlungskompetenzen

Die angehenden Spezialistinnen und Spezialisten für die Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung vertiefen Kompetenzen, die auf der Stufe Fachperson Betreuung vermittelt wurden. Die zu erlangenden Kompetenzen beziehen sich auf anspruchsvolle Betreuungssituationen (z.B. aufgrund von Lebensphasen-Übertritten wie der Pubertät, von Umständen im Umfeld wie dem Tod nahestehender Menschen oder in Zusammenhang mit komplexen Beeinträchtigungen, welche insbesondere die Kommunikationsmöglichkeiten der betroffenen Menschen einschränken).

Mittels der vertieften Handlungskompetenzen

  • verfügen die Spezialist/innen über vertieftes Fachwissen über verschiedene und komplexe Beeinträchtigungen und deren Wechselwirkungen mit Umweltfaktoren.
  • wenden sie professionelle Instrumente der agogischen Prozessgestaltung an und setzen vielfältige agogische und kreative Mittel zur Alltagsgestaltung und zur Unterstützung der Kommunikation ein.
  • verstehen sie sich immer als Teil eines Teams bzw. erweiterten Unterstützungssystems und sind in der Lage, ihr Verhalten differenziert zu reflektieren.
  • gestalten sie im Alltag gute Rahmenbedingungen für eine hohe Lebensqualität sowie die grösstmögliche Selbstbestimmung und Teilhabe der begleiteten Menschen.

Zeithorizont

Geplant ist, die Prüfungsordnung und die Wegleitung Ende 2016 beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) einzureichen, damit die ersten Fachpersonenvoraussichtlich 2017 die neue Weiterbildung in Angriff nehmen können.