MEDIENMITTEILUNG | Schattenbericht zur UN-BRK

Soziale Institutionen sind wichtige Partner bei der Umsetzung der UN-BRK

29. August 2017

Heute Morgen hat Inclusion Handicap der UNO den Schattenbericht zur UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) überreicht. Auch INSOS Schweiz hat am kritischen Bericht mitgewirkt. Für den nationalen Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderung steht fest: Die Institutionen sind wichtige Partner für die konsequente Umsetzung der UN-BRK in der Schweiz. 

Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) läutet in der Schweiz nichts Geringeres als einen fundamentalen Paradigmenwechsel hinsichtlich der Rechte von Menschen mit Behinderung und ihrer Stellung innerhalb unserer Gesellschaft ein.

Entsprechend kritisch ist der Schattenbericht zur Umsetzung der UN-BRK ausgefallen, den Inclusion Handicap heute Morgen in Genf der UNO überreicht hat. INSOS Schweiz, der nationale Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderung, hat an diesem Bericht ebenfalls mitgewirkt.

Menschen befähigen, selbstbestimmt zu wählen

Die Institutionen für Menschen mit Behinderung sind wichtige Partner bei der Umsetzung der UN-BRK. Ihre zentralen Begriffe - Autonomie, Selbstbestimmung, Teilhabe und Inklusion - dienen ihnen nicht erst seit der Ratifizierung der UN-BRK als Leitstern für die tägliche Arbeit und die Ausgestaltung ihrer Angebote. Die Umsetzung dieser Maximen beschäftigen viele Institutionen schon wesentlich länger.

Eine zentrale Aufgabe der Institutionen ist es, Menschen mit Behinderung eine möglichst selbstbestimmte Wahl von Wohnform und Wohnort, Arbeitsort und Arbeitsinhalten, Freizeit- sowie Begleitangeboten zu ermöglichen. Dies gelingt jedoch nur, wenn diese Menschen in der Lage sind, Wahlmöglichkeiten zu erkennen und selbstbestimmt Entscheide zu fällen. Diese Befähigung ist insbesondere in der Begleitung von Menschen mit schwerer und Mehrfachbehinderung eine Daueraufgabe der Institutionen.

Echte Wahl ermöglichen

Eine Wahl ist zudem nur möglich, wenn den begleiteten Menschen vielfältige Wahlmöglichkeiten offen stehen. Deshalb verfügen die Institutionen schon heute über ein breit gefächertes Angebot an flexiblen und durchlässigen Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten:Das Wohnangebot reicht von Wohngruppen innerhalb der Institution bis hin zu Wohnungen im Quartier, die ein möglichst selbständiges Leben erlauben. Das Arbeitsangebot umfasst sowohl Arbeiten in den Werkstätten oder im Dienstleistungsbereich (z.B. Hauslieferdienst, Gartenarbeiten, Reinigungsarbeiten) wie auch Tätigkeiten in Unternehmen des ersten Arbeitsmarkts.

Ziel der Begleitung ist immer eine möglichst selbständige und selbstbestimmte Lebensführung.

Umdenken nötig

Die Umsetzung der UN-BRK erfordert ein fundamentales Umdenken von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Dieser grundlegende Wandel kann nur in der kontinuierlichen Zusammenarbeit aller Akteure gelingen und ist eine Aufgabe, die von allen Beteiligten Geduld und auch Hartnäckigkeit erfordert.

Deshalb wird INSOS Schweiz weiterhin relevante Fragen der professionellen Begleitung von Menschen mit Behinderung im Sinne der UN-BRK auf allen Ebenen thematisieren.

 

Kontakt
Peter Saxenhofer, Geschäftsführer INSOS Schweiz, Tel. 079 643 34 15