MEDIENMITTEILUNG INSOS-KONGRESS 2016

Neue Entwicklungen fordern die Institutionen heraus

01. September 2016

Auf die Institutionen für Menschen mit Behinderung kommen grosse Herausforderungen zu. Das hat der dreitägige Jahreskongress von INSOS Schweiz, der heute Mittag in Bern zu Ende ging, deutlich gezeigt. Die gesellschaftlichen Entwicklungen, neue Zusammenarbeitsmodelle mit der Wirtschaft, die wachsende Zahl an Menschen mit psychischer Beeinträchtigung oder die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention verändern die Arbeit der Institutionen nachhaltig.

Die Arbeit der Institutionen für Menschen mit Behinderung ist anspruchsvoll und komplex. Und sie wird es bleiben. Das führte der dreitägige Kongress von INSOS Schweiz, der heute Mittag zu Ende ging, deutlich vor Augen.

260 Führungskräfte aus Institutionen aus der ganzen Schweiz haben am Kongress teilgenommen und sich mit der Frage auseinandergesetzt, welche Herausforderungen auf die Institutionen für Menschen mit Behinderung zukommen. Über 20 Fachpersonen aus den Bereichen Medien, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Recht, Verwaltung, Psychologie und Soziologie referierten über aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen und Trends, welche die Arbeit der Institutionen und damit auch die begleiteten Menschen mit Behinderung beeinflussen werden.
Im Rahmen von zwei Podiumsdiskussionen diskutierten Expertinnen und Experten ausserdem, welche Akteure bei der Integration in die Arbeitswelt welche Rolle zu übernehmen haben und welche Partner bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) einbezogen werden können.

Neue flexible, durchlässige Angebote

In den verschiedenen Referaten (Sie finden diese Referate > hier) zeigte sich deutlich, dass der gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel die Institutionen für Menschen mit Behinderung in der Schweiz längst erfasst hat. Entwicklungen wie der wachsende Spardruck in den Kantonen, die vielfältigen Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention, die anspruchsvolle Begleitung von immer mehr Menschen mit komplexen resp. mehrfachen Beeinträchtigungen oder neue Zusammenarbeitsmodelle mit der Wirtschaft fordern die Institutionen stark und verlangen nach neuen flexiblen, durchlässigen Angeboten und Modellen für die Begleitung in den Bereichen Wohnen, berufliche Teilhabe und Tagesstruktur.

Zentral: Genügend und gut ausgebildete Fachkräfte

Diese komplexen Entwicklungen stellen hohe Anforderungen an die Fachkräfte in den Institutionen. „Genügend und gut ausgebildetes Fachpersonal ist deshalb zentral für die professionelle Begleitung von Menschen mit Behinderung“, sagte INSOS-Präsidentin und Nationalrätin Marianne Streiff am Rande des Kongresses. Gefordert sei hier nicht nur die Branche, sondern auch die nationale und kantonale Politik: „Die Institutionen sind nicht nur auf gute Berufsbildungsangebote angewiesen, sondern auch auf ausreichend finanzielle Mittel. Nur so können sie genügend Fachkräfte beschäftigen, welche die Menschen mit Behinderung bedarfsorientiert begleiten und sie so unterstützen, dass sie möglichst selbstbestimmt leben können.“

Kontakt

Marianne Streiff-Feller, Nationalrätin, Präsidentin INSOS Schweiz, Tel. 079 664 74 57
Peter Saxenhofer, Geschäftsführer INSOS Schweiz, Tel. 079 643 34 15