1. Februar 2011

Missbrauchsfall: INSOS Schweiz ist tief betroffen und bestürzt

01. Februar 2011

BERN. Der am 1. Februar 2011 öffentlich gewordene Fall eines Mannes, der des jahrelangen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Menschen mit Behinderung beschuldigt wird, hat bei INSOS Schweiz grosse Bestürzung und Betroffenheit ausgelöst. Der Verband erwartet nun eine sorgfältige, umfassende Aufarbeitung der Missbrauchsfälle sowie eine rasche und unbürokratische Unterstützung und Betreuung der Opfer und ihrer Angehörigen.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern hat heute über einen 54-jährigen Mann informiert, der beschuldigt wird, in den vergangenen 29 Jahren über 120 Kinder und Menschen mit Behinderung in Heimen und Institutionen sexuell missbraucht zu haben. Bei INSOS Schweiz, dem nationalen Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderung, hat dieser tragische Fall grosse Bestürzung und tiefe Betroffenheit ausgelöst.

Sorgfältige Aufarbeitung der Missbrauchsfälle
Gemäss Kantonspolizei Bern, die den Fall untersucht, handelt es sich beim angeschuldigten Mann um einen Einzeltäter. Der Mann hat den Missbrauch von 114 Opfern gestanden und ist in Untersuchungshaft; von ihm geht keine Gefahr mehr aus. INSOS Schweiz erwartet nun eine sorgfältige, umfassende Aufarbeitung sämtlicher Missbrauchsfälle sowie eine rasche und unbürokratische Unterstützung und Betreuung der Opfer, ihrer Angehörigen und der Mitarbeitenden in den betroffenen Institutionen. Ihr Vertrauen wurde durch den Täter zutiefst missbraucht.

Präventionsarbeit fortführen
Fachleute weisen immer wieder darauf hin, dass die Gefahr von sexuellem Missbrauch überall dort lauert, wo Menschen einen Bereich ihres Alltags teilen und wo ein Machtgefälle besteht. Dies ist in Institutionen für Menschen mit Behinderung ebenso der Fall wie in Schulen, Vereinen etc. INSOS Schweiz hat sich deshalb in den letzten Jahren aktiv für die Prävention von Gewalt engagiert und zum wichtigen Thema eine Broschüre mit Leitfaden sowie eine Fachtagung und – in Zusammenarbeit mit forio, dem Forensischen Institut Ostschweiz - einen Workshop für Mitarbeitende von Institutionen organisiert.
Das riesige Interesse an den Fachveranstaltungen sowie der heute publik gewordene Fall machen deutlich, dass der Verband mit seiner Sensibilisierungsarbeit bereits den richtigen Weg eingeschlagen hat. INSOS Schweiz wird sich weiterhin mit Nachdruck für die Prävention von Gewalt zwischen Betreuenden und BewohnerInnen – aber auch unter BewohnerInnen – einsetzen.

Kontakt
- Ivo Lötscher-Zwinggi, Geschäftsführer INSOS Schweiz, Tel. 078 753 83 00
- Barbara Lauber, Kommunikationsverantwortliche INSOS Schweiz, Tel. 076 334 83 10