Medienmitteilung von INSOS Schweiz zur Studie «Fachkräfte- und Bildungsbedarf für soziale Berufe»

MEDIENMITTEILUNG VON INSOS SCHWEIZ ZUR STUDIE «FACHKRÄFTE- UND BILDUNGSBEDARF FÜR SOZIALE BERUFE»

29. Juni 2016

Die gestern publizierte Fachkräfte-Studie von Savoirsocial zeigt: Der Sozialbereich muss mehr Personen ausbilden und nachqualifizieren, damit in den Institutionen auch in Zukunft genügend qualifizierter Berufsnachwuchs zur Verfügung steht. Und damit die Qualität der institutionellen Angebote gesichert bleibt.

Die Arbeit des Fachpersonals in Institutionen für Menschen mit Behinderung ist anspruchsvoll und komplex. In verschiedenen Bereichen sind die Anforderungen besonders hoch: So begleiten Fachpersonen beispielsweise zunehmend Menschen mit komplexen resp. mehrfachen Beeinträchtigungen, suchen nach Möglichkeiten, um auch in diesem Umfeld die Paradigmen der UN-Behindertenrechtskonvention, nämlich Teilhabe und Selbstbestimmung, umzusetzen und unterstützen immer öfter Menschen in akuten psychischen Krisensituationen.

Genügend gut ausgebildetes Personal ist zentral

Die Begleitung dieser Menschen erfordert von den Mitarbeitenden nicht nur Belastbarkeit, Flexibilität, Selbst- und Sozialkompetenz, sondern auch spezifisches Fachwissen. Genügend gut ausgebildetes Fachpersonal ist folglich zentral für die professionelle, bedarfsorientierte Begleitung von Menschen mit Behinderung. Wie die gestern veröffentliche Studie „Fachkräfte- und Bildungsbedarf für soziale Berufe“ von Savoirsocial jedoch zeigt, ist rund ein Drittel der insgesamt 19 700 Mitarbeitenden in den Institutionen nicht formal ausgebildet. Hinzu kommt, dass ein kleinerer Teil über eine tertiäre Ausbildung verfügt.

Ausweichen auf unausgebildetes Personal

Mit diesem Anteil an unausgebildetem Personal erfüllen die Institutionen zwar die Rahmenvorgaben der IVSE (Interkantonale Vereinbarung für soziale Einrichtungen). Trotzdem macht sich INSOS Schweiz Sorgen. Denn: Mit zunehmendem Spardruck in den Kantonen wird automatisch auch bei den Institutionen der Druck steigen, auf günstigeres und damit unausgebildetes Personal auszuweichen. Eine Entwicklung, die in eine falsche Richtung läuft.

Alle Akteure gefordert

Damit die Qualität der institutionellen Angebote gesichert bleibt und die Institutionen in Zukunft genügend qualifizierten Berufsnachwuchs rekrutieren können, müssen mehr Personen ausgebildet werden. Hier ist das Engagement der verschiedenen Akteure nötig: INSOS Schweiz wird sich weiterhin aktiv für geeignete Angebote zur Nachqualifizierung und Höherqualifizierung des Personals einsetzen. Weiter gilt es, in den Institutionen ausreichend Ausbildungsplätze anzubieten, Auszubildende kompetent zu begleiten und attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen. Und schliesslich sind die Kantone aufgefordert, die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen und geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Dies, damit genügend Fachkräfte angestellt, die entsprechenden Ausbildungen finanziert und genügend Ausbildungsplätze geschaffen werden können.

Kontakt

Verena Baumgartner, Leiterin Bereich Bildung INSOS Schweiz, Tel. 031 385 33 13