7. Dezember 2010 - Medienmitteilung von INSOS Schweiz

INSOS Schweiz fordert eine Eingliederungsquote von 2,5 Prozent

07. Dezember 2010

BERN. Obwohl die Arbeitgeberverbände 2006 versichert haben, die Unternehmen würden künftig freiwillig vermehrt Menschen mit Behinderung eingliedern, ist nichts dergleichen geschehen. INSOS Schweiz fordert deshalb eine Eingliederungsquote von 2,5 Prozent.

Die Arbeitgeberverbände haben sich 2006 anlässlich der 5. IV-Revision an der Session in Flims erfolgreich gegen die Einführung von Quoten gewehrt. Sie seien sich der Verantwortung bewusst und möchten Menschen mit Behinderung auch ohne Druck integrieren, versicherten sie. Die Realität sieht anders aus: Aktuelle Zahlen zeigen zwar, dass die kleinen und mittleren Unternehmen bereit sind, ihren Anteil zur Integration zu leisten. Die Unternehmen mit mehr als 250 Angestellten jedoch haben den Tatbeweis nicht erbracht.

INSOS Schweiz fordert deshalb vom Parlament, dass künftig die Spielregeln konsequent einzuhalten sind: Da die grossen Unternehmen den freiwilligen Tatbeweis nicht erbracht haben, sollen sie mit einer Eingliederungsquote von 2,5 Prozent dazu verpflichtet werden. Wer das Integrationsziel nicht erreicht, soll eine Entschädigung in der Höhe eines IV-MaximalrentenJahresbeitrages bezahlen müssen.

In Bezug auf die IV-Revision 6a vertritt INSOS Schweiz ferner folgende Positionen:

  • INSOS Schweiz unterstützt das Ziel einer ausgeglichenen Rechnung.
  • INSOS Schweiz ist für die Einführung eines Assistenzbeitrags. Er muss jedoch auch für Leistungen von juristischen Personen (z.B. Institutionen für Menschen mit Behinderung) verwendet werden können. Zudem muss die Möglichkeit des Assistenzbeitrages allen Menschen mit Behinderung, unabhängig von Alter oder Behinderungsform, offenstehen.
  • INSOS Schweiz ist gegen die Dezentralisierung der Beschaffung von Eingliederungsmassnahmen.
  • INSOS Schweiz begrüsst alle Massnahmen zur nachhaltigen Unterstützung der beruflichen Eingliederung. INSOS Schweiz fordert, dass das „Recht auf Entwicklung“ generell verankert wird und nicht bloss dann Anwendung finden soll, wenn es sich voraussichtlich «rentenreduzierend» auswirkt.