Anklageerhebung im Missbrauchsfall H.S.: Prävention bleibt eine Daueraufgabe

27. September 2013

Zweieinhalb Jahre, nachdem der Missbrauchsfall H.S. publik wurde, wird im Kanton Bern Anklage erhoben. Die Verbandsübergreifende Arbeitsgruppe Prävention, der auch INSOS Schweiz angehört, begrüsst es, dass es nun zum Prozess gegen den Sozialtherapeuten H.S. kommt und die Missbrauchsfälle sorgfältig und fundiert aufgearbeitet werden. Der Fall H.S. hat die gesamte Behinderten-, Betreuungs- und Pflegebranche erschüttert und wird unvergessen bleiben. Die Betroffenheit, welche die schrecklichen Übergriffe ausgelöst hat, dauert bis heute an und hat u.a. dazu geführt, dass an der Basis wie auch auf Verbandsebene die Präventionsarbeit noch weiter verstärkt wurde.

Allen in der Branche ist heute klar: Gute Präventionskonzepte allein genügen nicht, sie müssen geschult und gelebt werden und in den Alltag Eingang finden. Immer wieder. Denn Prävention ist nie abgeschlossen, sie ist eine Daueraufgabe. Allerdings nicht nur für die Institutionen und die gesamte Branche, sondern auch für die Gesellschaft, den Bund und die Kantone. Letztere müssen gewährleisten, dass den Institutionen für die wichtige Präventionsarbeit genügend Finanzmittel zur Verfügung stehen. Die Arbeitsgruppe setzt sich bei den Kantonen dafür ein, dass eine oder mehrere zentrale Anlauf- und Meldestellen geschaffen werden. Dies, damit Menschen mit Unterstützungsbedarf und andere Betroffene bei einer unabhängigen Stelle Gehör und Unterstützung finden. Und damit (potentielle) Täter wissen: Wir alle schauen hin!

> die ganze Medienmitteilung der Verbandsübergreifenden Arbeitsgruppe Prävention