Praktische Ausbildung nach INSOS (PrA)

INSOS Schweiz hat im August 2007 die Praktische Ausbildung (PrA) nach INSOS lanciert. Bis dahin gab es in der Schweiz kein institutionalisiertes, einheitliches Berufsbildungsangebot für junge Menschen mit Beeinträchtigung. Mit der PrA ist es INSOS Schweiz somit gelungen, im eidgenössischen Berufsbildungssystem eine Lücke zu schliessen.

Der Flyer «Praktische Ausbildung PrA – Schafft Perspektiven» stellt die wichtigsten Punkte der PrA, der Praktischen Ausbildungen von INSOS dar. 

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Niederschwellig und individualisiert

Das niederschwellige und auf die individuellen Ressourcen ausgerichtete Berufsbildungsangebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Lern- und/oder Leistungsbeeinträchtigung, welche den Anforderungen einer beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) nicht gewachsen sind. Ziel der PrA ist es, diesen jungen Menschen eine Zukunftsperspektive zu geben und ihre Integrationschancen im ersten Arbeitsmarkt zu verbessern. INSOS Schweiz setzt sich dafür ein, dass die PrA von den Branchenverbänden und Berufsbildungsämtern anerkannt wird.

1200 Jugendliche, 52 Berufsrichtungen

Heute bieten bereits rund 165 INSOS-Institutionen PrA-Ausbildungsplätze an und bilden jährlich rund 1200 Jugendliche mit Beeinträchtigung aus. Diese können zwischen 54 Berufsrichtungen wählen. Bis zu einem Drittel der PrA-Absolventinnen und -Absolventen findet danach eine Anschlusslösung im ersten Arbeitsmarkt. 

Individueller Kompetenznachweis

Um die Anerkennung der PrA bei den Branchenverbänden zu verbessern, soll ein individueller Kompetenznachweis eingeführt werden: Diese teilstandardisierte Bescheinigung dokumentiert die persönlichen Fähigkeiten der PrA-Absolvent/innen. 2015 wird der Kompetenznachweis unter Einbezug von erfahrenen INSOS-Ausbildungsanbietern in drei ausgewählten Branchen entwickelt und in der Praxis erprobt. Danach ist das Ziel, dass möglichst viele Branchen diesen Kompetenznachweis einführen.

Studie

2014 sind die beruflichen Verläufe von jungen Menschen nach Abschluss einer Praktischen Ausbildung (PrA) nach INSOS erstmals analysiert worden. Die Studie der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW und der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH), welche von INSOS Schweiz mitgetragen und begleitet wurde, zeigt: Die PrA ist eine Voraussetzung für berufliche Integration, aber es braucht noch mehr, damit diese gelingt. Erfolgsgeschichten von Absolventinnen und Absolventen kennzeichnet ein langfristiges und kontinuierliches Übergangsmanagement, welches individuelle Lösungen und einen flexiblen Wechsel von Phasen mit und ohne Unterstützungsleistungen zulässt (siehe Downloads und Shop rechte Spalte).

Evaluation

2010 hat die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik die PrA im Auftrag des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) evaluiert. Die im September 2010 publizierte Studie (siehe Downloads rechts) zeigt, dass die Stossrichtung richtig ist und die PrA einen wichtigen Beitrag zur beruflichen Bildung von Menschen mit Behinderung leistet. Es besteht aber auch Verbesserungspotenzial, zum Beispiel bei der Zusammenarbeit mit Arbeitgebern.