Individueller Kompetenznachweis (IKN)

Es ist soweit: In ersten Pilotbranchen werden Individuelle Kompetenznachweise (IKN) getestet. Diese stärken die Anerkennung der Praktischen Ausbildung in der Arbeitswelt, verbessern die berufliche Integration von PrA-Lernenden und erhöhen die Durchlässigkeit im Bildungssystem.

Breit abgestütztes Projekt

Der Grundstein für diesen wichtigen Durchbruch wurde 2011 gelegt, als INSOS Schweiz zusammen mit der Schweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz (SBBK) und dem Schweizerischen Gewerbeverband (SGV) das Projekt «Individueller Kompetenznachweis» initiierte. Mit weiteren Projektpartnern sowie einer Steuergruppe, der auch Berufsverbände angehören, ist das Projekt breit abgestützt.

Lücke geschlossen

Ziel ist, dass EBA-Lernende, welche die Abschlussprüfung nicht bestehen, sowie Absolventinnen und Absolventen der zweijährigen PrA ein Dokument vorweisen können, welches von der jeweiligen Organisation der Arbeitswelt (OdA) und der SBBK anerkannt wird. Damit schliessen die Individuellen Kompetenznachweise eine Lücke im eidgenössischen Bildungssystem: Bisher lagen keine normierten Instrumente vor für Jugendliche, die keine gesetzlich reglementierte Ausbildung abschliessen.

In der Arbeitswelt verankert

Individuelle Kompetenznachweise bescheinigen Absolventinnen und Absolventen einer Praktischen Ausbildung, welche Handlungskompetenzen sie erworben haben. Damit werden die individuellen Kompetenzen von PrA-Lernenden lesbarer für die Arbeitswelt, was ihre berufliche Integration erleichtern soll. Die Kompetenznachweise orientieren sich am EBA-Qualifikationsprofil und werden in enger Zusammenarbeit zwischen INSOS-Institutionen und der jeweiligen OdA erarbeitet. Der Entscheid über die Einführung und den Inhalt eines branchenspezifischen IKN liegt bei der OdA. Dadurch ist die Anerkennung der Individuellen Kompetenznachweise in der Arbeitswelt gewährleistet.

Aktuelle Erprobungsphase

2016 werden in der Logistik, der Schreinereibranche und im kaufmännischen Bereich Individuelle Kompetenznachweise getestet. Alle INSOS-Institutionen, welche solche PrA-Ausbildungen anbieten, sind eingeladen, bei der Erprobungsphase mitzumachen (Kontakt: INSOS-Bereichsleiterin Annina Studer, vgl. Spalte rechts). 2017 sollen die Erfahrungen evaluiert werden. Danach ist das Ziel, die Kompetenznachweise auch in anderen Branchen einzuführen.

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