COVID-19: Systemrelevanz der stationären Pflege und Betreuung

04.09.2020 / MEDIENMITTEILUNG

Alters- und Pflegeheime und soziale Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie für Kinder und Jugendliche haben in der akuten Phase der Corona-Krise einen bedeutenden Beitrag zum Gesundheitsschutz geleistet. CURAVIVA Schweiz und INSOS Schweiz fordern, dass Politik und Behörden die Systemrelevanz der Institutionen anerkennt und dass ihre coronabedingten Zusatzaufwände abgegolten werden.

COVID-19 stellt Alters- und Pflegeheime und soziale Einrichtungen vor grosse Herausforderungen: Insbesondere während der ausserordentlichen Lage hatten sie strenge Schutz- und Isolationsmassnahmen bei der Pflege und Betreuung umzusetzen.

Im Spannungsfeld zwischen Schutz und individueller Freiheit waren sie zusätzlich gefordert, den Kontakt zwischen den Bewohnenden und ihren Angehörigen aufrechtzuerhalten. Um die Spitäler zu entlasten, mussten die Alters- und Pflegeinstitutionen auch die Pflege und Betreuung von Bewohnenden übernehmen, die an COVID-19 erkrankt waren. Aufgrund der Besuchsverbote waren die Betreuung und Begleitung von Menschen mit Unterstützungsbedarf für soziale Einrichtungen ebenfalls äusserst anspruchsvoll.

Die Institutionen erbrachten einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung der ausserordentlichen Lage und hatten aufgrund der ergriffenen Massnahmen erhebliche Zusatzaufwände.

3 Forderungen an Behörden und Politik

CURAVIVA Schweiz und INSOS Schweiz, die gemeinsam über 3000 Einrichtungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf vertreten, richten folgende Forderungen an Behörden und Politik:

  1. Die Zusatzaufwände respektive die ungedeckten Mehrkosten der betroffenen Einrichtungen sind abzugelten. Darüber hinaus sind Abgeltungen für den Fall von künftigen Pandemien gesetzlich zu regeln.
  2. Die Verbände der Leistungserbringer im Pflege- und Betreuungsbereich sind bei der Krisenvorbereitung und -bewältigung auf Bundes- und Kantonsebene konsequent einzubeziehen. Ihre Expertise in branchenrelevanten Fragen ist für die Erarbeitung von Empfehlungen und Weisungen (z.B. im Spannungsfeld kollektiver Schutz versus Selbstbestimmung) unverzichtbar.
  3. Die COVID-19-Krise hat die Bedeutung der sozialen Einrichtungen für die gesundheitliche Grundversorgung vor Augen geführt: Die Anerkennung der Systemrelevanz dieser Institutionen durch Bund und Kantone ist ein logischer Schritt.

INSOS Schweiz und CURAVIVA Schweiz setzen sich auf allen Ebenen für diese Forderungen ein und zählen auf die Unterstützung der eidgenössischen Räte in der kommenden Herbstsession. Weitere Anliegen und Verbesserungsvorschläge werden die beiden Verbände in die angelaufenen Evaluationsarbeiten des Bundes einbringen.

Kontakte für Medien

INSOS Schweiz, Medienkontakte
medienstelle@insos.ch
031 385 33 14

CURAVIVA Schweiz, Media Relations
media@curaviva.ch
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