Coronavirus | Infos für Arbeitgeber

Seit 22. Juni 2020 sind die Massnahmen des Bundes zur Bekämpfung des Coronavirus weitgehend aufgehoben.

  • Der Bundesrat hat die ausserordentliche Lage gemäss Epidemiengesetz am 19. Juni für beendet erklärt. Nun gilt in der Schweiz wieder die "besondere Lage".
  • Damit geht die Hauptverantwortung für den Umgang mit dem Coronavirus an die Kantone über - auch im Falle eines Wiederanstiegs der COVID-19-Fälle.

 

Der Bundesrat hat zwei neue Verordnungen in Kraft gesetzt:

 

Ab Montag, 6. Juli, gilt eine Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

 

Lockerungen

Seit 22. Juni gelten folgende Lockerungen:

  • Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen: Sie sind wieder erlaubt. Das Nachverfolgen von Kontakten muss stets möglich sein. Die Kantone können diese Grenze auch herabsetzen.
  • Restaurants: In Restaurants besteht keine Sitzpflicht mehr. Zudem wird die Sperrstunde aufgehoben.
  • Mindestabstand: Der Mindestabstand zwischen zwei Personen wird von 2 auf 1,5 Meter reduziert. Bei Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen, zum Beispiel im Konzert oder im Kino, reicht das Leerlassen eines Sitzes.
  • Homeoffice: Die Home-Office-Empfehlungen werden aufgehoben. Die Entscheidung darüber, ob die Arbeitnehmenden zu Hause oder im Büro arbeiten sollen, ist dem Arbeitgeber überlassen.
  • Besonders gefährdete Arbeitnehmende: Die Vorgaben zum Schutz der besonders gefährdeten Arbeitnehmenden werden aufgehoben. Diese können wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Der Arbeitgeber ist aber verpflichtet, die Gesundheit der Arbeitnehmenden mit entsprechenden Massnahmen zu schützen. Es gilt das Arbeitsgesetz.
  • Schutzkonzepte: Der Bundesrat setzt auf eigenverantwortliches Handeln. Die Menschen sollen weiterhin die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten. Der Bundesrat hat deshalb die Vorgaben für Schutzkonzepte vereinfacht und vereinheitlicht.



Ab 1. September
:

  • Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen sind wieder erlaubt, sofern sich die epidemiologische Lage nicht verschlechtert.

 

Ältere Lockerungen

  • Grenzöffnungen: Die geltenden Einreisebeschränkungen gegenüber allen EU/EFTA-Staaten und dem Vereinigten Königreich werden aufgehoben.
  • Lager und Freizeitangebote: Ferienlager gelten ebenfalls als Versammlungen und sind deshalb mit bis zu 300 Teilnehmenden sowie mit Schutzkonzept, gleichbleibender Teilnehmendenzahl und Präsenzlisten wieder erlaubt. Auch Bergbahnen, Campingplätze, Zoos, Schwimmbäder etc. können wieder öffnen.
  • Berufs-, Mittel- und Hochschulen: Der Präsenzunterricht kann wieder stattfinden.  

 

Dokumente

 

Medienmitteilungen

 

 

Der Bund hat Empfehlungen und Weisungen für Arbeitgeber veröffentlich, die sich zu Arbeitnehmenden äussern:

  1. Vorgaben für Schutzkonzepte
  2. Empfehlungen des BAG für Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
  3. Empfehlungen des BAG zum Umgang mit erkrankten (Fach-)Personen
  4. Empfehlungen von INSOS zum Umgang mit Arbeitnehmenden mit Behinderung
  5. Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien des BAG
  6. Vergütung der Testkosten

 


1. Vorgaben für Schutzkonzepte

Einrichtungen und Betriebe müssen Schutzkonzepte erstellen und umsetzen. Am 22. Juni hat der Bundesrat die Vorgaben dazu vereinfacht und vereinheitlicht.

  • Besuchen Sie auch unsere Seite "Schutzkonzept".
    Dort finden Sie für Ihre Institution Grundlagen für die Erarbeitung und Überprüfung eigener Schutzkonzepte.

 

2. BAG-Empfehlungen für Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

Das Dokument informiert über:

  • Besuchs- und Ausgehregelungen
  • Aufnahme von neuen Bewohnenden
  • Fürsorgepflicht des Arbeitgebers
  • Schutzmassnahmen für besonders gefährdete Personen
  • Umgang mit symptomatischen Personen und Kohortierung
  • Umgang mit Personal, das ungeschützten Kontakt mit erkrankten oder symptomatischen Personen hatte

Empfehlungen für Einrichtungen für Menschen mit Behinderung (30.6.2020)

 

3. BAG-Empfehlungen zum Umgang mit erkrankten (Fach-)Personen

Das Dokument informiert über:

  • Testkriterien und Vergütung der Testkosten
  • Umgang mit symptomatischen Personen
  • Isolationsmassnahmen
  • Umgang mit Personen, die von der Contact-Tracing-App eine Meldung erhalten
  • Klassisches Contact Tracing

Empfehlungen zum Umgang mit erkrankten Personen (25.6.2020)


4. Empfehlungen von INSOS zum Umgang mit Arbeitnehmenden mit Behinderung

Aus Sicht von INSOS Schweiz ist es für Integrationsbetriebe, Ausbildungsbetriebe und Tagesstätten wichtig, die Empfehlungen des BAG betreffend Hygiene und Abstand (mind. 1,5 Meter) strikt einzuhalten. Wichtig: Beachten Sie die Weisungen Ihres Kantons.

 

5. Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien 

BAG | Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien (24.06.2020)

BAG | Website zum Umgang mit Erkrankten und ihren Kontakten



6. Vergütung der Testkosten

Der Bund übernimmt seit 25. Juni alle Kosten bei COVID-19-Tests.

Regelung der Kostenübernahme der Analyse auf SARS-CoV-2 und der damit verbundenen medizinischen Leistungen (24.6.2020)

 

 

Lehrabschlussprüfungen, Qualifikationsverfahre, Präsenzunterricht

Die Verbundpartner der Berufsbildung haben sich unter Federführung des Steuergremiums «Berufsbildung 2030» auf ein gemeinsames, nationales Vorgehen mit Hauptfokus der beruflichen Grundbildung geeinigt. 

Bei der PrA hält sich INSOS Schweiz ebenfalls an die Abmachungen der Verbundpartner der Berufsbildung. Ziel ist es, allen Lernenden diesen Sommer den Abschluss zu ermöglichen.

Sie finden alle Informationen und Entscheidungen auf der  Website Berufliche Bildung 2030.

 Coronavirus | berufsbildung 2030

 

 

Einsatz von Lernenden bei Personalmangel
Der mit der aktuellen Situation verbundene Personalmangel kann zu Mehreinsätze von Lernenden führen. Die Verbundpartner der Berufsbildung haben die Regelungen präzisiert, die dabei beachtet werden müssen.

  • Der Ausbildungsauftrag soll grundsätzlich nicht vernachlässigt werden.
  • Die Vorgaben des BAG gilt es einzuhalten.

Einsatz von Lernenden

 


Seit Anfang April erhalten Betriebe, die IV-Eingliederungsmassnahmen wegen der Coronakrise nicht vollumfänglich umsetzen können, 70 Prozent des Tarifs.


Diese Kürzung und die zusätzlichen Ausfälle können die hauptsächlich IV-finanzierten Leistungserbringer mittelfristig in eine finanzielle Notsituation bringen. Die COVID-bedingte Situation darf nicht in einer Sparübung enden.


Kurzfristig ist ihre Situation zwar abgefedert
(vgl. IVSK-Empfehlungen und IVSK-Erläuterungen).


Doch mittelfristig
könnten aufgrund der aktuellen Situation und der kommenden Rezession das Auftragsvolumen (IV-Verfügungen und Produktionsaufträge) sowie die Integrationserfolge drastisch sinken.


Hierfür braucht es andere Überlegungen als den Verweis auf Kurzarbeitsentschädigung oder Überbrückungskredite. Es geht um die Zukunft der Arbeitsintegrationsangebote von Menschen mit Leistungsbeeinträchtigung. Mit dem BSV, der IVSK und INSOS Schweiz sollen gemeinsam mögliche Lösungen erarbeitet werden.


Neu ab 1. Juli

  • Die Höchstbezugsdauer von Kurzarbeitsentschädigung von 12 auf 18 Monate verlängert. Dies gilt bis Ende 2021.


Neu ab 1. Juni

  • Wegfall des Anspruchs auf Kurzarbeit für Arbeitgebende sowie für mitarbeitende Ehegatten oder eingetragene Partner*innen per Ende Mai.
  • Wegfall des Anspruchs auf Kurzarbeit für Lernende. Sie sollen ihre Ausbildung möglichst rasch fortsetzen.
  • Wiedereinführung der Voranmeldefrist.

 

Die übrigen notrechtlichen Massnahmen enden am 31. August 2020 mit dem Ablauf der Verordnung über Massnahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19).

Es bleibt den Unternehmen weiterhin möglich, aufgrund des Coronavirus das Instrument der Kurzarbeit zu nutzen, um Arbeitsplätze zu erhalten.


Kurzarbeitsentschädigung in der beruflichen Grundbildung
Für Lernende wird der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung per Ende Mai aufgehoben. Aber:

  • Weiterhin Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung haben Berufsbildner*innen in Lehrbetrieben, die einen Arbeitsausfall erleiden, aber Lernende begleiten.
  • Für weiterbeschäftigte Lehrabgänger*innen, die von einem Arbeitsausfall betroffen sind, können Betriebe ebenfalls Kurzarbeit beantragen.
  • Information des SBFI


Wichtige Links

 

Weitere Dokumente

 

 

INSOS Schweiz und CURAVIVA Schweiz haben zur Erfassung der ausserordentlichen Kosten Empfehlungen erarbeitet.

Diese Empfehlungen erlauben es, Mehrkosten und Mindereinnahmen möglichst einheitlich und nachvollziehbar zu erfassen.

Die Empfehlungen bauen auf dem Kontenplan und der Kostenrechnung von CURAVIVA Schweiz auf. Institutionen, die andere Instrumente verwenden, können die Empfehlungen analog umzusetzen.



Finanzielle Hilfe für ausserordentliche Kosten

Bei Liquiditätsengpässen sind die Standortkantone zu kontaktieren. Alternativ können Überbrückungshilfen des Bundes bei der Hausbank beantragt werden. Wichtig: Allfällige kantonale Vorgaben sind vorrangig.

 

Lobbying für die Übernahme der Corona-bedingten Mehrkosten

  • In einem Gesuch an die SODK fordern INSOS Schweiz und CURAVIVA Schweiz, dass die Kantone den Corona-bedingten Mehraufwand der sozialen Institutionen vollumfänglich abgelten. Die SODK lehnt es ab, den Kantonen gegenüber eine generelle Empfehlung zur Kostenübernahme auszusprechen. Für INSOS und CURAVIVA ist diese Haltung nicht nachvollziehbar. Sie führen nun selbst eine erste punktuelle Erhebung bei Mitgliedern durch, um das aktuelle Ausmass des Corona-bedingten Mehraufwands und der Mindereinnahmen besser einschätzen zu können.
  • INSOS Schweiz, CURAVIVA Schweiz und senesuisse haben zudem bei den Kommissionen für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates SGK-S sowie des Nationalrates SGK-N interveniert und verlangt, dass die Corona-bedingten Mehrkosten der Institutionen für Menschen mit Unterstützungsbedarf abgegolten werden. 
  • INSOS Schweiz und CURAVIVA Schweiz planen dazu weitere Schritte auf politischer Ebene.

 

Haben Sie eine Frage?
Nehmen Sie Kontakt auf.
Hotline-Tel. 031 385 33 39
Hotline-Mail: hotline@curaviva.ch

 


Überbrückungskredit beantragen

covid19.easygov.swiss


Infoline EasyGov | Für Fragen zu Überbrückungskredite
Von Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr erreichbar.
Tel. 058 467 11 22‬


Erklärvideo


Medienmitteilungen des Bundesrats

 


Bereits anerkannte Einsatzbetriebe für Zivis können mit einer pragmatischen, schnellen Unterstützung durch das zuständige Regionalzentrum rechnen, wenn sie kurzfristig einen Zivi aufbieten oder einen Einsatz verlängern möchten.

ZIVI | Informationen für Einsatzbetriebe

 

Wie bieten Sie Zivis auf?

  • Senden Sie Ihr Begehren an Ihre zuständige kantonale Führungsorganisation.
    Mehr Informationen finden Sie im «Schreiben KFO-Chefs»